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0800-22 55 530 (kostenfrei & anonym)

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Beratungsstellen gegen sexuellen Missbrauch

Warum ist professionelle Hilfe nach sexueller Gewalt so wichtig?

Die Folgen von sexueller Gewalt an Mädchen und Jungen sind in starkem Maße davon abhängig, ob Betroffene und ihre Angehörigen Unterstützung finden. Es geht um Schutz, Beratung, Akutversorgung, therapeutische Hilfen und alltagspraktische Entlastung. Bleiben betroffene Kinder und Jugendliche der sexuellen Gewalt schutzlos ausgeliefert und werden ihnen zeitnah keine angemessenen Hilfen angeboten, so erhöht sich das Risiko von Folgeproblematiken, wie zum Beispiel von posttraumatischen Belastungsstörungen, Bindungs- und Angststörungen, Schulversagen, Suchtverhalten oder aggressivem Verhalten.

Welche Aufgaben übernehmen Beratungsstellen?

Beratungsstellen kommt eine besondere Bedeutung bei der professionellen Unterstützung der Betroffenen zu. Sie kann die Bemühungen um Hilfe, Trost und Zuspruch in der Familie und im Bekanntenkreis ergänzen und entlasten – und manchmal sogar ersetzen, wenn Betroffene in ihrem näheren Umfeld keine Unterstützung finden. Die meisten Fachberatungsstellen arbeiten vertraulich und auf Wunsch anonym. Sie unterliegen weder einer Meldepflicht an Strafverfolgungsbehörden noch an Jugendämter. Beratungen erfolgen kostenfrei, in seltenen Fällen auf freiwilliger Spendenbasis.

Wie helfen Fachberatungsstellen Betroffenen und ihren Familien?

Fachberatungsstellen gegen sexuellen Missbrauch unterstützen betroffene Kinder und Jugendliche als Erstanlaufstelle sowie durch langfristige Beratung und therapeutische Begleitung. Auch ihre (nicht-missbrauchenden) Angehörigen, wie zum Beispiel Mütter, Väter und Geschwister, brauchen Hilfe, um die akute psychische Belastung, die mit der Aufdeckung eines Missbrauchsfalls an einem Kind der Familie verbunden ist, besser verkraften zu können. Eltern benötigen zudem Beratung, um ihre Töchter und Söhne bei der Verarbeitung der Missbrauchserfahrungen zu unterstützen.

Aber auch bei Erwachsenen, die in ihrer Kindheit und Jugend sexuelle Gewalt erlitten haben, kann es im weiteren Leben immer wieder Beratungsbedarf geben. Viele der erwachsenen Betroffenen, die in ihrer Kindheit ohne Hilfe blieben, suchen und erhalten erstmals im Erwachsenenalter Unterstützung durch eine Fachberatungsstelle.

Können sich auch pädagogische Fachkräfte und Einrichtungen an die Fachberatungsstellen wenden?

Fachberatungsstellen bieten (pädagogischen) Fachkräften Beratung zum fachlich angemessenen Vorgehen bei Verdacht auf sexuellen Missbrauch an einem ihnen anvertrauten Kind oder Jugendlichen an. Auch andere Menschen aus dem sozialen Umfeld, die sich um ein Kind oder einen Jugendlichen Sorgen machen, erhalten dort Rat und Hilfe.

Einrichtungen wie Schulen, Sportvereine oder Kindertagesstätten können sich an Fachberatungsstellen wenden, wenn es um die Entwicklung von Schutzkonzepten, die Umsetzung von Präventionsprojekten oder die Durchführung thematischer Elternabende geht. Ebenso können Einrichtungen ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch Referenten beziehungsweise Referentinnen der Fachberatungsstellen fortbilden lassen.

Gibt es Beratungsstellen mit besonderen Themenschwerpunkten?

Einige Fachberatungsstellen haben einen geschlechtsspezifischen Arbeitsschwerpunkt, beraten also nur weibliche oder männliche Betroffene (und Angehörige). Andere richten sich ausschließlich an Kinder und Jugendliche, während wieder andere nur Erwachsene ansprechen, die in ihrer Kindheit und Jugend sexuelle Gewalt erlebt haben. Manche Beratungsangebote verfügen über Konzepte, die auf Betroffene mit Migrationshintergrund zugeschnitten sind. Wenige Angebote richten sich gezielt an Menschen mit körperlichen und/oder geistigen Beeinträchtigungen.

Welche Beratungsstellen gibt es außerdem?

Neben den Fachberatungsstellen bieten viele Erziehungs- und Familienberatungsstellen freier und öffentlicher Träger ebenfalls Beratung bei sexuellem Missbrauch an und stellen einen wichtigen Teil des Hilfe- und Beratungsnetzes dar. Gerade für Hilfesuchende, die sexuelle Gewalt als Ursache ihrer Belastung (noch) nicht wahrnehmen oder die sich scheuen, spezialisierte Fachberatungsstellen aufzusuchen, sind diese Beratungsangebote sinnvoll. Zudem ist die finanzielle Ausstattung der Fachberatungsstellen vielerorts nicht gesichert, so dass kein flächendeckendes Angebot besteht.

Wie finde ich eine geeignete Beratungsstelle?

Die umfangreiche Datenbank des Hilfeportals unterstützt Sie dabei, eine geeignete Beratungsstelle für Betroffene sexueller Gewalt und deren Angehörige zu finden. Hier finden Sie Adressen von Einrichtungen in ganz Deutschland.

Alternativ besteht die Möglichkeit, sich kostenfrei und anonym an das Hilfetelefon des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs in fachlicher Verantwortung von N.I.N.A. e.V. unter der Telefonnummer 0800 22 55 530 zu wenden. Die Sprechzeiten sind montags, mittwochs und freitags von 9 bis 14 Uhr sowie dienstags und donnerstags von 15 bis 20 Uhr. Die Fachkräfte des Hilfetelefons unterstützen Anrufende, die eine Beratungsstelle suchen, und nennen Hilfsangebote vor Ort, an die man sich wenden kann.

Die Aufnahme in die Datenbank oder die Nennung eines Angebots durch das Hilfetelefon sagt nichts über die Qualität des Beratungsangebots aus. Damit ist keine „Zertifizierung“ des Angebots oder eine „Gütesiegel“-Vergabe verbunden.

Um sich zu versichern, ob eine Beratungsstelle für das eigene Anliegen geeignet und qualifiziert ist, sind folgende Schritte zu empfehlen:

  1. Fragen Sie bereits bei der telefonischen Terminvereinbarung, ob Ihr Anliegen zum Beratungsprofil der Einrichtung passt. Auf diese Weise kann man sich frustrierende Erfahrungen im Erstgespräch ersparen.
  1. Achten Sie auf Ihr Gefühl:
  • Stimmt die „Chemie“ zwischen Ihnen und der Beraterin beziehungsweise dem Berater? In den meisten Beratungsstellen gibt es übrigens die Möglichkeit, auf Wunsch den Berater oder die Beraterin zu wechseln.
  • Fühlen Sie sich ernst genommen, verstanden und geschützt?
  • Empfinden Sie die Gesprächsatmosphäre als ruhig und vertraulich?
  • Wahrt die Beraterin beziehungsweise der Berater Ihre Grenzen oder verhält sie oder er sich in Ihren Augen aufdringlich oder unangemessen?
  1. Wenn Sie sich ein genaueres Bild von der Einrichtung machen möchten, erfragen Sie, ob die Beratungsstelle folgende Qualitätskriterien erfüllt:
  • Gehört sie einem Fachverband an?
  • Ist sie fachlich in der Region vernetzt?
  • Hat sie eine opferorientierte Haltung?
  • Nehmen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Supervision und Fortbildungen wahr?
  • Berücksichtigt die Beratung das Geschlecht von Betroffenen?
  • Gibt es in der Beratungsstelle interne und externe Ansprechpersonen für Beschwerden?

Fühlen Sie sich in der Beratungsstelle gut aufgehoben, ist ein wichtiger Schritt hin zur Bewältigung Ihrer Situation getan. Sie haben eine kompetente Fachkraft an Ihrer Seite, die Sie unterstützt und begleitet.

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