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Ambulante Behandlung

Anlaufstellen für ambulante Behandlung

Wer sich für eine ambulante Therapie entscheidet, kann zwischen verschiedenen Anlaufstellen und Therapeuten wählen:

  • Psychologische Psychotherapeuten beziehungsweise Psychotherapeutinnen
  • Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten beziehungsweise -psychotherapeutinnen
  • Fachärzte beziehungsweise Fachärztinnen für Kinder- und Jugendlichenpsychiatrie und -psychotherapie
  • Fachärzte beziehungsweise Fachärztinnen für Nervenheilkunde, Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Fachärzte beziehungsweise Fachärztinnen mit Zusatztitel Psychotherapie
  • Psychiatrische Institutsambulanzen an Krankenhäusern für Psychiatrie und Psychotherapie für Erwachsene sowie für Kinder- und Jugendliche
  • Hochschulambulanzen an Psychologischen Universitätsinstituten
  • Ambulanzen an Ausbildungsinstituten für Psychotherapeuten

Eine medikamentöse Behandlung ist nur durch Ärztinnen und Ärzte, zum Beispiel mit dem Fachgebiet Psychiatrie und Psychotherapie, möglich.

Wie läuft ein Antragsverfahren auf ambulante Psychotherapie ab?

Damit die Therapeutin oder der Therapeut eine psychische Erkrankung feststellen kann, führt sie oder er nach dem Erstgespräch einige weitere Sitzungen durch (probatorische Sitzungen). Sofern die Therapeutin oder der Therapeut danach eine Psychotherapie empfiehlt, kann ein Antrag auf Therapie bei der Krankenkasse gestellt werden.

Häufig wird zunächst eine Kurzzeittherapie bis 25 Stunden beantragt, die verlängert werden kann, falls dies notwendig ist. Langzeittherapien können je nach Verfahren zwischen maximal 80 bei Verhaltenstherapie und maximal 300 Therapiestunden bei analytischer Psychotherapie dauern. Für schwerwiegende Fälle können mit besonderer Begründung noch mehr Stunden beantragt werden.

Bei Langzeittherapien schreibt die Therapeutin oder der Therapeut zur Begründung der Therapie einen Bericht für eine von der Krankenkasse beauftragte Gutachterin beziehungsweise einen Gutachter. Den Bericht erhält nur die Gutachterin beziehungsweise der Gutachter, die Angaben zur Patientin oder zum Patienten sind anonym.

Die Krankenkasse entscheidet aufgrund der Stellungnahme der Gutachterin beziehungsweise des Gutachters über die Bewilligung der Therapie. Übernimmt die Krankenkasse die Therapiekosten nicht, kann der oder die Versicherte dagegen Einspruch einlegen. Nachdem eine Obergutachterin oder ein Obergutachter eine weitere Stellungnahme verfasst hat, entscheidet die Krankenkasse erneut. Ist die Entscheidung negativ, ist ein Widerspruch bei der Krankenkasse zulässig. Falls die Kasse diesem nicht stattgibt, kann der oder die Versicherte den Therapieanspruch vor einem Sozialgericht klären.

Ist die Patientin oder der Patient mit der Therapie unzufrieden, kann sie oder er die Therapie selbst beenden. Auch ein Wechsel der Therapiemethode oder der Therapeutin beziehungsweise des Therapeuten ist möglich.

Wie finde ich eine Psychotherapeutin oder einen Psychotherapeuten?

Eine Psychotherapeutin oder einen Psychotherapeuten in Wohnortnähe findet man in der Datenbank auf dieser Webseite oder auf der Internetseite der örtlichen Kassenärztlichen Vereinigungen oder der Psychotherapeutenkammern. Die Krankenkassen geben auch direkt Auskunft.

Wer übernimmt die Kosten für ambulante Psychotherapie?

 

Bei gesetzlich Krankenversicherten übernimmt die Krankenkasse die Kosten, wenn:

  • eine psychische Erkrankung besteht, zum Beispiel als Folge von sexuellem Missbrauch;
  • die ambulante Psychotherapie geeignet ist, die Erkrankung zu bessern oder zu heilen;
  • die Psychotherapeutin beziehungsweise der Psychotherapeut über eine Zulassung zur Behandlung gesetzlich Krankenversicherter (Krankenversicherung-Zulassung für die anerkannten Psychotherapieverfahren, siehe oben) verfügt;
  • die Krankenkasse schriftlich die Kostenzusage erteilt hat.

Die Kostenübernahme für die ambulante Psychotherapie muss vor Behandlungsbeginn von dem oder der Versicherten und der Therapeutin oder dem Therapeuten beantragt werden.

Bei privat Krankenversicherten erfolgt die Kostenübernahme entsprechend den Vereinbarungen im Versicherungsvertrag.

Wenn Sie keinen Therapieplatz bei einer zugelassenen Psychotherapeutin oder einem zugelassenen Psychotherapeuten finden

Es kann passieren, dass zugelassene Psychotherapeutinnen oder Psychotherapeuten auf absehbare Zeit keinen freien Therapieplatz anbieten können. Dann sollten Sie dies mit Ihrer Krankenkasse besprechen. Wenn nachweislich in einem zumutbaren Zeitraum kein freier Psychotherapieplatz bei zugelassenen Psychotherapeutinnen oder Psychotherapeuten zur Verfügung steht, die Behandlung aber notwendig und unaufschiebbar ist, kann die Krankenkasse auch die Kosten für eine Psychotherapie bei einer Psychotherapeutin oder einem Psychotherapeuten ohne Kassenzulassung erstatten (gemäß § 13 Absatz 3 Fünftes Sozialgesetzbuch). Voraussetzung hierfür ist auch, dass die ausgewählte Psychotherapeutin beziehungsweise der ausgewählte Psychotherapeut über eine Approbation, das heißt eine staatliche Behandlungserlaubnis, sowie über eine entsprechende Fachkunde verfügt und dass die Krankenkasse vor Behandlungsbeginn die Erstattung der Kosten schriftlich zugesagt hat. Nähere Informationen zur Kostenerstattung erhalten Sie bei Ihrer Krankenkasse sowie auch bei den Landespsychotherapeutenkammern und unter den folgenden weiterführenden Hinweisen.

Nähere Informationen zur Kostenerstattung erhalten Sie bei den Landespsychotherapeutenkammern und im Ratgeber zur Kostenerstattung.

Opferentschädigungsrecht

Opfer sexuellen Missbrauchs können auch Ansprüche auf eine Psychotherapie nach dem Gesetz über die Entschädigung für Opfer von Gewalttaten (OEG) haben. Der Leistungsumfang des OEG ist zum Teil größer als bei der gesetzlichen Krankenversicherung.

Siehe hierzu auch die Ausführungen unter der Rubrik Opferentschädigungsrecht

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