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Das Ermittlungsverfahren

Wie geht es nach der Aussagenaufnahme weiter?

Sind die Befragungen abgeschlossen, leitet die Staatsanwaltschaft das Ermittlungsverfahren ein. Es dient der Tatsachenerforschung.

Manchmal holt die Staatsanwaltschaft schon im Ermittlungsverfahren ein Glaubwürdigkeitsgutachten ein. Das hilft Staatsanwaltschaft und Gerichten – meist bei minderjährigen Zeuginnen oder Zeugen – bei der Beantwortung der Frage, ob die Aussage des Zeugen oder der Zeugin auf erlebten Tatsachen beruht oder nicht.

Ob jemand die Wahrheit sagt oder ob die Erinnerung auf erlebten Tatsachen beruht, kann niemand mit hundertprozentiger Sicherheit sagen. Letztendlich muss der Wahrheitsgehalt der Aussage das Gericht überzeugen.

Was passiert bei einem Glaubwürdigkeitsgutachten? Wird man als Person auf den Prüfstand gestellt?

In der (Rechts-)Psychologie gibt es mittlerweile speziell ausgebildete Psychologen und Psychologinnen, die nach festen Kriterien herauszufinden versuchen, ob eine Aussage mit überwiegender Wahrscheinlichkeit darauf beruht, dass man die beschriebenen Tatsachen selbst erlebt hat. Dazu werden die Schilderungen unter Zuhilfenahme unterschiedlicher Tests und Methoden geprüft. Unter anderem wird untersucht, wie detailreich oder detailarm eine Schilderung ist, inwiefern sie gleichbleibend oder abweichend bei Wiederholung ist, inwiefern sie Merkmale emotionaler Beteiligung enthält, etc.

Zusätzlich wird auch untersucht, in welcher Situation eine Anzeige gemacht wurde, ob es ein Motiv für die Anzeige gibt und mit wie vielen Menschen man vor der Anzeige bereits gesprochen hat. Gerade der letzte Punkt ist bei einer Aussage von Kindern eine wichtige Frage. Ist ein Kind bereits von einer Vielzahl von Menschen befragt worden und wurde womöglich bereits eine Therapie durchgeführt, dann beurteilen die Gerichte das als kritisch für die Verwertbarkeit der Aussage im Strafprozess. Wenn bereits oft darüber gesprochen wurde, geht man davon aus, dass sich die Erinnerung und damit auch die Aussage verändert haben.

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