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Die Nebenklage

Was ist eine Nebenklage?

Bei einer Nebenklage kann ein Zeuge oder eine Zeugin in einem Strafverfahren neben dem Staatsanwalt beziehungsweise der Staatsanwältin als weiterer Ankläger oder weitere Anklägerin auftreten. Die Nebenklage ermöglicht es dem Nebenkläger oder der Nebenklägerin, aktiv am Prozess teilzunehmen und zusätzliche Rechte zugesprochen zu bekommen. Dadurch kann er oder sie Einsicht in die Akten nehmen, Fragen an die anderen Beteiligten stellen und beanstanden, einen Richter oder eine Richterin wegen Befangenheit ablehnen, ebenso einen Sachverständigen oder eine Sachverständige. Man kann Beweisanträge stellen, Erklärungen abgeben und am Ende der Beweisaufnahme ein sogenanntes Plädoyer halten, in dem man den Missbrauch und seine Folgen aus der Sicht des betroffenen Kindes und seiner Familie bewertet. Sollte der Angeklagte oder die Angeklagte freigesprochen werden, kann man dagegen ein Rechtsmittel einlegen. Das Anfechten der Strafhöhe ist allerdings nicht möglich.

Wie funktioniert eine Nebenklage?

Tritt man als Nebenkläger oder Nebenklägerin auf, muss dies dem Gericht mitgeteilt werden. Nur dann wird die Nebenklage zugelassen. Diese Mitteilung ist in jedem Verfahrensstadium möglich. Allerdings beginnt ein Verfahren nicht neu, wenn man sich erst am Tag der Vernehmung dazu entscheidet, als Nebenkläger oder Nebenklägerin aufzutreten. Das Gericht muss auf den Zeugen oder die Zeugin keine Rücksicht nehmen.

Kann man für dieses Verfahren einen Anwalt oder eine Anwältin bekommen?

Ist der Zeuge oder die Zeugin minderjährig, muss ein Opferanwalt oder eine Opferanwältin bei sexuellem Missbrauch auf Antrag von Amtswegen beigeordnet werden. Bei Volljährigkeit kann man einen Antrag auf Prozesskostenhilfe und einen Anwalt oder eine Anwältin stellen. Ob ein Anwalt oder eine Anwältin gestellt wird, hängt davon ab, ob die Sach- und Rechtslage schwierig ist, der oder die Geschädigte seine beziehungsweise ihre eigenen Rechte nicht selbst ausreichend wahrnehmen kann oder ob es ihm oder ihr nicht zumutbar ist, diese Rechte auszuüben.

Der Weiße Ring e.V. bietet für eine anwaltliche Erstberatung sogenannte Opferschecks an. Damit kann man sich von einem Anwalt oder einer Anwältin über die verschiedenen Möglichkeiten der Nebenklage beraten lassen.

Welcher Anwalt oder welche Anwältin ist für mein Anliegen der oder die richtige?

Es gibt mittlerweile Anwälte und Anwältinnen, die sich auf die Vertretung von Mandanten spezialisiert haben, die Opfer von Straftaten geworden sind. Nicht alle vertreten nur Opfer – in der Regel vertreten Fachanwälte und Fachanwältinnen für Strafrecht auch und vor allem Beschuldigte. Andere Anwälte und Anwältinnen für Opferrechte sind – zumeist als Fachanwälte für Sozial- und/oder Familienrecht – auf Fragen des Opferentschädigungsrechtes, des Gewaltschutzes, etc. spezialisiert und werden nicht als Nebenklägervertreter in Strafverfahren tätig. Man sollte daher unbedingt abfragen, welche Spezialisierung und welche Erfahrung der Anwalt oder die Anwältin hat.

Das Gesetz zur Stärkung der Rechte von Opfern sexuellen Missbrauchs (StORMG), das am 30. Juni 2013 in Kraft getreten ist, sieht u. a. vor, dass Erwachsene, die als Kinder oder Jugendliche Opfer von Sexualdelikten geworden sind, in weiterem Umfang als bisher - unabhängig von ihren wirtschaftlichen Verhältnissen - einen für sie kostenlosen Opferanwalt in Anspruch nehmen können.

Link:

Gesetz zur Stärkung der Rechte von Opfern sexuellen Missbrauchs (StORMG):

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